Wasser – lebensnotwendiges Nass
Trinken nicht vergessen!
Wasser ist das Lebensmittel Nummer eins. Es kann durch nichts ersetzt werden. Der Mensch benötigt Wasser als Baustoff, Lösungs-, Transport- und Kühlmittel. Ohne besondere körperliche Anstrengung verliert er täglich etwa 2,5 Liter Flüssigkeit über Schweiß, Atemluft und Harn, die durch Getränke und feste Nahrung wieder aufgefüllt werden müssen. Der normale Wasserverlust des Körpers kann durch starkes Schwitzen, schwere körperliche Arbeit, Hitze und Sport um das drei- bis vierfache erhöht werden. Durch das Durstgefühl reguliert der Körper seinen Wasserhaushalt.
Erwachsene nehmen im Durchschnitt allerdings nur 1,8 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich und liegen damit 20 Prozent unter der Empfehlung. Das Gleiche gilt für 9- bis 13-Jährige Mädchen und Jungen.


Viele Schüler drücken durstig die Schulbank
Den ganzen Vormittag nichts oder nur wenig trinken – keine Ausnahme für fast ein Viertel der Schülerinnen und Schüler. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Paderborn aus dem Jahr 2002 zum Trinkverhalten vor und während der Unterrichtszeit. Ziel der Befragung war, das Trinkverhalten von Kindern und Jugendlichen vor und während des täglichen Schulbesuchs zu erkunden. Die komplette Studie gibt es unter www.forum-trinkwasser.de.
Befragt wurden knapp 1.000 Schülerinnen und Schülern an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Knapp ein Viertel aller befragten Schülerinnen und Schüler verbringt den ganzen Vormittag in der Schule, ohne etwas zu trinken – oder nur selten. Es kommt hinzu, dass fast 5 Prozent aller Befragten nie etwas trinken, bevor sie in die Schule starten. Weitere 7,1 Prozent trinken nur selten etwas zum Frühstück. Allerdings zeigen sich hier je nach Schulform deutliche Unterschiede: Während 93,5 Prozent der Grundschüler in den Pausen immer oder häufig ein Getränk zu sich nehmen, sind es bei den Real-, Haupt- und Berufsschülern circa 74 Prozent. Nur 65 Prozent der Gymnasiasten denken regelmäßig ans Trinken.
Konzentration mangelhaft
Wer zu wenig trinkt, kann sich schlechter konzentrieren. Eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme führt zu Einschränkungen der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Das kann sich zum Beispiel auch negativ auf die Konzentration und Aufmerksamkeit im Unterricht auswirken. Der Grund: Das Blut fließt langsamer, und gleichzeitig werden Muskeln und Gehirn mit weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Wie viel trinken?
Ernährungswissenschaftler empfehlen, dass Kinder zwischen 7 und 10 Jahren circa einen Liter pro Tag trinken sollten und Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahre 1,5 Liter. Ein guter Durstlöscher ist Trinkwasser. Es ist in guter Qualität stets verfügbar und obendrein kalorienfrei. Abgefüllt in eine Trinkflasche, ist auch für ausreichend Getränkevorrat in der Schultasche gesorgt.
Man kann übrigens nicht zuviel trinken. Die längst widerlegte Vorstellung, dass zu viel Trinken ungesund sei, ist immer noch verbreitet und sogar in einigen Schulbüchern zu finden. Den falschen Ratschlag, nicht zu viel zu trinken, hören Kinder und Jugendliche nicht selten auch von ihren Eltern oder anderen Erwachsenen. Es wird zudem häufig noch davon abgeraten, Leitungswasser zu trinken. Dabei ist deutsches Trinkwasser ein hervorragend geeignetes Getränk zum Durstlöschen.
Trinkwasser – das bestuntersuchte Lebensmittel
Wasser, das in Deutschland aus der Leitung fließt, bezeichnet man als Trinkwasser. Es gilt rechtlich als Lebensmittel. Damit das von den Versorgungsunternehmen angebotene Leitungswasser als Lebensmittel verwendet werden kann, muss es besonders strenge Qualitätskriterien erfüllen: Wasser ist das bestuntersuchte Lebensmittel überhaupt. Nach dem Gesetz muss Trinkwasser sowie Wasser für Betriebe, die Lebensmittel herstellen oder behandeln, so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Gesundheitsgefährdung, besonders durch Krankheitserreger ausgeschlossen ist. Die Anforderungen an die Trinkwasserqualität werden in Deutschland seit 1. Januar 2003 nach der europäischen Trinkwasserrichtlinie, die in nationales Recht umgesetzt wurden, beschrieben. Die Europäische Trinkwasserrichtlinie stellt den höchsten internationalen Standard dar. Die deutsche Verordnung ist bei einigen Regeln und Grenzwerten sogar schärfer gefasst als die Europäische Verordnung. Im internationalen Vergleich besitzt Deutschland die strengsten Gesetzesvorschriften.
Alle Wasserversorgungsanlagen unterliegen der Überwachung durch das Gesundheitsamt. Es gibt daher keinen hygienischen Grund, statt Wasser aus der Leitung Mineralwasser zu trinken. Kaum ein Lebensmittel wird so regelmäßig und häufig kontrolliert wie unser Trinkwasser. Die Maßstäbe, die der Gesetzgeber an das Leitungswasser stellt (z. B. Belastung mit Nitrat und anderen chemischen Stoffen), sind hoch.
Grenzwerte zur Bewertung der Wasserqualität
Die Grenzwerte zur Bewertung der Wasserqualität sind so bemessen, dass ein lebenslanger Genuss von täglich zwei Litern für Menschen aller Altersstufen keine Gesundheitsschädigungen hervorruft. So dürfen in einem Liter Trinkwasser nicht mehr als 50 Milligramm Nitrat enthalten sein. Dieser Wert wird in Trinkwasser aus der öffentlichen Wasserversorgung in der Regel eingehalten. In landwirtschaftlich stark genutzten Gebieten kann dieser Wert jedoch überschritten werden, was zu beachten ist, wenn das Wasser aus hauseignen Brunnen und nicht aus dem örtlichen Leitungsnetz kommt. Bei einem Nitratgehalt von über 50 Milligramm pro Liter Trinkwasser ist für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ein nitratarmes Mineralwasser zu verwenden, das durch den Aufdruck „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ gekennzeichnet ist. Es enthält pro Liter maximal 10 Milligramm Nitrat und 0,02 Milligramm Nitrit.
Die bei den regelmäßigen Kontrollen in den Wasserwerken ermittelten tatsächlichen Werte liegen in der Regel um ein Vielfaches unter den Grenzwerten. Trink- bzw. Leitungswasser aus der öffentlichen Wasserversorgung ist also einwandfrei.
Vorsicht geboten bei Blei- oder Kupferrohren
Durch die strengen Vorschriften der Trinkwasser-Verordnung wird eine gute Wasserqualität vom Wasserwerk bis zum Endverbraucher gewährleistet. Es kann jedoch beim Durchfluss durch hausinterne Installationen - in Abhängigkeit vom Rohrmaterial - verändert werden. Vorsicht ist daher geboten, wenn Blei- oder Kupferrohre installiert sind. Dies gilt besonders für Risikogruppen wie Schwangere, Säuglinge und Kinder. Bevor man das „kühle Nass“ aus dem Wasserhahn genießt, sollte man sich daher über die Art der heimischen Rohrleitungen informieren. Vor allem in Altbauten sind häufig noch Bleirohre installiert. Häuser, die nach 1973 errichtet wurden, sind nicht mehr betroffen. Seit dieser Zeit wurden in Deutschland keine Bleirohre mehr verwendet. Praktisch frei von Bleirohren ist der gesamte süddeutsche Raum, da dort schon seit über hundert Jahren keine Bleirohre mehr verlegt wurden.
Da Blei aus den Rohren im Wasser gelöst wird und in höheren Konzentrationen besonders für Ungeborene, Säuglinge sowie Kinder schädlich ist, sollten Schwangere, Säuglinge und Kinder dieses Wasser nicht trinken. Der Bleigehalt kann durch Ablaufenlassen des Wassers gesenkt werden. Vor allem morgens ist es besser, das Wasser etwa drei Minuten abfließen zu lassen, weil es die ganze Nacht über in den Leitungen gestanden hat. Am sichersten ist natürlich ein Austausch der Bleirohre. Hierfür werden Übergangsfristen von bis zu 15 Jahren eingeräumt. Der derzeitige Grenzwert für Bleirohre liegt bei 0,04 Milligramm pro Liter, seit dem 1. Dezember 2003 bei 0,025 Milligramm pro Liter und ab 1. Dezember 2013 bei 0,01 Milligramm pro Liter.
Kupferrohre sollten nicht für die Trinkwasserinstallation verwendet werden, wenn das Wasser einen niedrigen pH-Wert hat. Dies gilt besonders für Hausbrunnen, weil dieses Wasser vielfach nicht aufbereitet wird. Bei Kupferleitungen kann sich besonders bei älteren Rohren, wenn das Wasser im Härtebereich 4 und der pH-Wert unterhalb von 7,3 liegt, zuviel Kupfer lösen. Ein Kupfergehalt von zwei Milligramm pro Liter verleiht dem Wasser bereits einen metallischen Geschmack, fünf Milligramm pro Liter machen es ungenießbar. Nach derzeitigem Wissen wird eine mittlere Belastung des Trinkwassers mit zwei Milligramm Kupfer pro Liter als gesundheitlich unbedenklich angesehen. Gefährdet sind insbesondere Säuglinge und Kleinkinder. Stark kupferhaltiges Trinkwasser kann bei Säuglingen und Kleinkindern zur frühkindlichen Leberzirrhose führen.
Von diesen Ausnahmen abgesehen ist das Trinkwasser aber deutlich besser als sein Ruf und kann unbedenklich auch von Kindern reichlich getrunken werden.
Sprudelwasser selbstgemacht
In der Regel ist das heimische Trinkwasser nicht nur von bester Qualität sondern auch noch unschlagbar günstig im Preis und fließt in nahezu unbegrenzter Menge aus dem Wasserhahn. Pro
Kubikmeter Wasser mussten die Bundesbürger im Jahr 2000 rund 3,31 DM bezahlen. Mit Hilfe eines Sodabereiters lässt sich das Trinkwasser mit Kohlensäure versetzen und man muss nicht auf das Perlen und Prickeln wie beim Mineralwasser verzichten. Die Anschaffungskosten für ein solches Gerät nebst Kohlensäurepatronen machen sich selbst in einem Single-Haushalt, der pro Tag nur 0,7 Liter Mineralwasser verbraucht, bereits nach einem Jahr bezahlt, errechnete die Stiftung Warentest.
Sodawasserbereiter sind ganz einfach zu bedienen: die mitgelieferten Flaschen gut ausspülen und mit Wasser füllen, ins Gerät schrauben, auf den Knopf drücken und je nach Geschmack Kohlensäure dosieren. Die so zubereiteten Wasser sprudeln etwa so stark wie Mineralwasser mit geringem bis mittleren Kohlensäuregehalt.
Mit einer Sprudelkartusche lassen sich bei den meisten Modellen etwa 30 bis 50 Liter Wasser mit Kohlensäure versetzen. Damit es zu keiner Verkeimung kommt, ist es wichtig, die Flaschen und die Teile des Gerätes, die mit dem Wasser in Berührung kommen, regelmäßig und gründlich zu reinigen.
Mineralwässer – aus Quellen gewonnen
Mineralwässer werden aus natürlich oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen, die ihren Ursprung in unterirdischen, von Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen haben. „Natürliches Mineralwasser“ ist Regenwasser, das über lange Zeit durch zahlreiche Risse und Spalten in der Erdkruste in die Tiefe gesickert ist. Dabei wird es von Kies, Sand und Gesteinsschichten mechanisch und von Mikroorganismen, die sich im Boden befinden, mikrobiologisch gereinigt. Auf seinem Weg in die tieferen Erdschichten löst es Mineralien aus den verschiedensten Gesteinsschichten heraus.
Unterstützt wird dieses Herauslösen durch die aus dem Erdinneren aufsteigende Kohlensäure. Sie reichert sich ebenfalls im Mineralwasser an. Dabei gilt: je tiefer das Wasser in das Erdinnere vorgedrungen ist, desto mehr Kohlensäure und Mineralstoffe enthält es. Die unterschiedliche Zusammensetzung und Konzentration an Mineralien, aber auch der Gehalt an Kohlensäure, verleihen jedem Mineralwasser seinen charakteristischen Geschmack. Natürliches Mineralwasser stammt aus Quelltiefen bis zu 1000 Metern. Nur selten ist der Druck so stark, dass die Quelle natürlich hervorsprudelt. In den meisten Fällen werden die Quellen künstlich erschlossen und das Wasser mit Hilfe von Pumpen an die Oberfläche befördert.
Natürliches Mineralwasser
Natürliches Mineralwasser darf nur ein Mineralwasser heißen, das amtlich anerkannt ist. Die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung stellt strenge Anforderungen an natürliches Mineralwasser:
- Es muss aus einem unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen stammen.
- Es muss ursprünglich rein sein, das heißt frei von Stoffen, die nicht natürlichen Ursprungs sind.
- Es muss ernährungsphysiologische Wirkungen aufgrund seines Gehaltes an Mineralien, Spurenelementen oder sonstigen Bestandteilen aufweisen.
- Der Gehalt an unerwünschten Stoffen darf bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten.
Darüber hinaus bedarf keiner oder nur äußerst geringfügiger Aufbereitung des Mineralwassers. Zugelassen sind nur Belüftung, Kohlensäurezusatz und Filtration, um zum Beispiel Eisen zu entfernen.
Mineralwässer können – wenn sie mineralstoffreich sind - im Gegensatz zum Trinkwasser zur Deckung des Mineralstoffbedarfs beitragen. Jedoch lassen sich diese Mineralstoffe auch durch eine sonst ausgewogene Kost decken.
Trink-Tipps für den Alltag:
- Trinke mindestens 1,5 Liter täglich. Trink- und Mineralwasser löschen gut den Durst.
- Eine Möglichkeit die tägliche Flüssigkeitszufuhr zu kontrollieren ist, sich bereits morgens die erforderliche Flüssigkeitsmenge bereitzustellen und über den Tag verteilt zu trinken.
- Kalzium- und magnesiumreiche Mineralwässer können die Mineralstoffversorgung sinnvoll ergänzen.
- Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung ist einwandfrei. Eine Belastung durch Schwermetalle ist gering. Es kann jedoch durch hausinterne Zuleitungen (z. B. Kupfer- oder Bleirohre) verändert werden. Leitungswasser sollte man daher vor der Entnahme für Trink- und Lebensmittelzwecke ablaufen lassen.
- Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist die Kenntnis der Zusammensetzung des Wassers wichtig, insbesondere bei Risikogruppen wie Säuglinge oder Schwangere. Auskunft über den Gehalt von Kupfer, Blei, Nitrat und anderen Stoffen erteilen die örtlichen Wasserwerke. Im Zweifelsfall kann eine Untersuchung des Wassers Aufschluss geben, ob das Trinkwasser durch gesundheitsgefährdende Metalle, die aus dem hauseignen Leitungssystem stammen, belastet ist.
- Wird Leitungswasser für die Zubereitung von Babynahrung verwendet, lässt man es erst ablaufen (1 bis maximal 3 Minuten) und kocht es zur Sicherheit ab.
- Korrodierende Kupfer- oder Bleileitungen sollten besser ausgetauscht werden.
- Beim Verlegen von Wasserleitungsrohren ist eine Rückfrage beim örtlichen Wasserwerk sinnvoll, welches Rohrmaterial bzw. welche Werkstoffe für das betreffende Wasser geeignet sind.
- Von der Verwendung von Wasserfiltern ist generell abzuraten, da sich in dem zurückbleibenden Filtrat schnell Keime vermehren können.
Würdest du auch gern während des Unterrichts mal zur Mineralwasserflasche greifen, doch das ist an eurer Schule nicht erlaubt? Dann findest du hier Infos und Materialien, wie Trinken im Unterricht doch funktionieren kann - auch für deine Lehrer/innen interessant: Projekt "Trinken im Unterricht"
Lust zu Rätseln?
Kreuzworträtsel zum Thema Trinken (PDF, 49 kb)
Bilder: aid infodienst, Forum Trinkwasser
Autor:
Eva Weißen, Köln (Stand 2002)






